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Stagflation in Sicht

Die Weltwirtschaft steht im April 2026 an einem Wendepunkt. Mit Brent-Rohölpreisen, die sich nachhaltig über der Marke von 103 US-Dollar festsetzen und zeitweise Spitzen von bis zu 115 US-Dollar erreichten, kehrt das Gespenst der Stagflation – schwaches Wachstum bei gleichzeitig hoher Inflation – mit voller Härte zurück.

Während Marktteilnehmer früher auf schnelle Zinssenkungen hoffen konnten, signalisieren Experten wie Tilmann Galler (J.P. Morgan Asset Management) und Joel Frick (Bendura Bank), dass der geldpolitische Spielraum durch steigende Inflationserwartungen massiv eingeschränkt ist.

Historische Evidenz: Aktien als Inflationsschutz?

Eine umfassende Analyse von Duncan Lamont (Schroders) auf Basis von Daten seit 1926 zeigt, dass Stagflation für Aktien historisch das ungünstigste Szenario darstellt. Die mittlere reale Jahresrendite lag in Stagflationsphasen bei etwa 0 %. Dennoch ist Panik unangebracht: In 10 von 17 untersuchten Stagflationsjahren schnitten Aktien besser ab als Cash, und in positiven Jahren erzielten sie sogar eine durchschnittliche Realrendite von rund +16 %.

Die Sektor-Divergenz: Gewinner und Verlierer

Der entscheidende Faktor für die Portfoliostabilität ist laut Lamont die Sektorallokation. Während zyklische Konsumgüter und IT historisch unter Druck geraten, weisen folgende Sektoren eine Outperformance (Median der realen Rendite) auf:

Immobilien (Sachwerte): +8 %
 Versorger:   +4 %
Energie: +3 %
Basiskonsumgüter: +2 %

Im krassen Gegensatz dazu stehen Finanzwerte mit einer medianen Realrendite von -9 % und Kommunikationsdienste mit -5 %. Joel Frick weist darauf hin, dass im März 2026 allein 14 Billionen US-Dollar an Börsenkapitalisierung vernichtet wurden, wobei zehn der elf S&P-500-Sektoren im Minus schlossen.

Regionale Verschiebungen: Europa schlägt USA?

Die Dominanz der USA im globalen Markt (70 % Gewichtung im MSCI World) erweist sich im Stagflationsszenario als Klumpenrisiko. Die hohe IT-Gewichtung macht den US-Markt anfällig für steigende Realrenditen. Im Gegensatz dazu profitieren Europa und das Vereinigte Königreich von einer höheren Gewichtung in defensiven Sektoren wie Versorgern und Basiskonsumgütern.

Alternative Stabilitätsanker: Bitcoin und Schwellenländer

Bitcoin: Laut Marc des Ligneris (CoinShares) wandelt sich Bitcoin von einem Risiko-Asset zu einem makroökonomischen Absicherungsinstrument. Starke institutionelle Zuflüsse bei gleichzeitig negativer Basis (Futures unter Spotpreis) deuten auf eine gesunde, nicht hebelgetriebene Rally hin.

Emerging Markets Debt: Abdallah Guezour (Schroders) sieht Schwellenländeranleihen in Lokalwährung als bevorzugte Anlageklasse. In Märkten wie Brasilien, Kolumbien und Südafrika werden für 2026 erwartete Renditen von über 10 % prognostiziert, gestützt durch hohe Realzinsen und solide Zahlungsbilanzen.

Gold: Enttäuschte im März mit einem Rückgang von 5.300 auf rund 4.100 US-Dollar, da die steigenden Realrenditen den Safe-Haven-Status kurzfristig überlagerten.

Makroökonomischer Ausblick

Patrice Gautry (UBP) erwartet für 2026 eine Inflationsrate von 3,5 % in den USA und 3,0 % im Euroraum. Ein mildernder Faktor gegenüber den 1970er-Jahren ist die gesunkene Energieintensität: Die USA benötigen heute 70 % weniger Öl pro Einheit Wirtschaftsleistung als 1980.

Fazit für Investoren: Die Ära des passiven Index-Investings in US-lastige Indizes steht unter Druck. Die Experten raten einhellig zu einer aktiven Rotation in Qualitätsunternehmen mit Preissetzungsmacht, reale Vermögenswerte (Infrastruktur, Transport) und eine selektive Übergewichtung von Value-Titeln gegenüber dem überhitzten Tech-Sektor.

Quelle: Dieser Blog-Beitrag wurde mit Hilfe von KI erstellt, von der Redaktion kuratiert und basiert auf den Artikeln des Titelthemas "Stagflation in Sicht"  veröffentlicht im Portfolio Journal 04-2026.

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